Ein sicherer Ort – für Menschen in Bewegung, in Entwicklung und in der Krise.

In Bremen soll ein Ort entstehen, an dem Menschen in seelischen Krisen zur Ruhe kommen können. Ohne Diagnose, ohne Zwang, ohne Bedingungen. Getragen von Menschen mit eigener Krisen- und Psychiatrieerfahrung.

Das Krisenzimmer Bremen ist in Planung. 

Hier erfahrt ihr, was wir vorhaben – und wie ihr uns unterstützen könnt.

WARUM

Warum es das Krisenzimmer braucht

Bremen hat vielfältige psychiatrische Angebote und trotzdem Lücken, durch die Menschen fallen.

Die vorhandenen Hilfen setzen oft voraus, dass Menschen in ein bestimmtes Bild passen. Gesellschaftliche Machtverhältnisse und Diskriminierungserfahrungen spielen darin kaum eine Rolle. Dabei entstehen Krisen nicht allein im Inneren: Armut, Gewalterfahrungen und ständige Zurückweisung wirken darauf, wie es Menschen geht. Wer das ausblendet, sieht die Krise, aber nicht das, was sie hervorgebracht hat. Am schwersten wird es, wenn mehrere Formen von Ausgrenzung zusammenkommen und sich gegenseitig verstärken.

Besonders betroffen sind Menschen mit belastenden Erfahrungen im psychiatrischen System, wohnungslose Menschen, queere Menschen, Menschen, die Drogen konsumieren, Menschen mit Rassismus- und Fluchterfahrung, Alleinerziehende, von Armut betroffene Menschen und junge Erwachsene.

Für sie fehlt in Bremen ein Ort, an dem eine Krise nicht sofort zur Diagnose wird.

WAS

Was das Krisenzimmer ist

Wir wollen eine selbstorganisierte Anlaufstelle mit zwei Krisenzimmern aufbauen, in der Menschen in akuten Krisen bis zu drei Monate Zuflucht finden – kostenfrei und unabhängig von Diagnose, Versicherungs- oder Aufenthaltsstatus.

  • Peer-geleitet
    Vor Ort arbeiten Menschen mit eigener Psychiatrie- und Krisenerfahrung.
  • Wohnlich statt klinisch
    Rückzugsräume, die sich nach Zuhause anfühlen.
  • Freiwillig
    Keine erzwungene Therapie, Diagnose oder Medikation und beides auch keine Voraussetzung.
  • Solidarisch aktiv
    Offener Treff, Selbsthilfegruppen, Beratung, Kreativangebote und gemeinsames Kochen.
  • Selbstorganisiert
    Betroffene gestalten und tragen das Projekt mit

Das Modell gibt es schon

In Bochum und Köln bestehen peer-geleitete Krisenzimmer seit vielen Jahren. Menschen konnten sich dort stabilisieren und fanden eine Gemeinschaft, die ihnen Halt gab. Unser Konzept orientiert sich am Bochumer Modell, dessen Wirksamkeit eine Untersuchung der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane zwischen 2017 und 2020 belegt hat.

WIE

Wie wir arbeiten

Krisen sind kein individuelles Versagen. Sie entstehen im Zusammenspiel von innerer Welt und äußeren Umständen. Wir lehnen es ab, Krisen ausschließlich über Diagnosen zu erklären, und sehen in ihnen zugleich das Potenzial zu Veränderung.

Entscheidungen bleiben bei den Menschen selbst.
Wir drängen niemanden zu Therapie, Diagnose oder Medikation und setzen beides auch nicht voraus. Wer sich Begleitung dabei wünscht, bekommt sie.

Unsere Unterstützung beruht auf Beziehung, Vertrauen und Selbstbestimmung.
Auch in der Krise bleibt jeder Mensch für sich selbst verantwortlich. Das respektieren wir und stehen gleichzeitig solidarisch zur Seite.

Wir schreiben niemandem etwas zu.
Psychiatrische Sprache und Diagnosen setzen wir nicht als Machtinstrument ein.

Erfahrung zählt als Wissen.
Was Menschen in eigenen Krisen gelernt haben, ist bei uns Grundlage der Arbeit.

Wir sind ein Lernraum, in dem Fehler gemacht werden dürfen.
Sie werden offen angesprochen und gemeinsam bearbeitet, ohne dass jemand dafür beschämt oder ausgegrenzt wird. Dominantes Verhalten und übergriffige Kommunikation bleiben bei uns nicht stehen.

Suizidalität wird nicht tabuisiert.
Suizidgedanken sind kein Ausschlusskriterium. Das Team setzt sich kontinuierlich mit dem Thema auseinander, damit Menschen in suizidalen Krisen den Raum finden, den sie brauchen.

Unsere Anlaufstelle soll ein Schutzraum sein. Das gilt besonders für Menschen, die gesellschaftlich an den Rand gedrängt werden. Unsere Haltung basiert auf einem klaren Nein zu Ableismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus.

Das Krisenzimmer ist kein therapeutisches Angebot, sondern gelebte Selbsthilfe und Solidarität.

KONZEPT

Das ganze Konzept

Ihr wollt es genauer wissen? Unser Konzept beschreibt ausführlich, wie die Anlaufstelle aufgebaut sein soll, für wen sie da ist und welche Haltung dahintersteht.

Schreibt uns – wir schicken es euch zu.

STAND

Wo wir stehen

Stand: Juli 2026

Die Idee entstand 2024. 2025 hat sich innerhalb des LVPE Bremen e.V. eine Gruppe gegründet, die daraus ein Projekt gemacht hat – inzwischen sind wir rund zehn Menschen. Wir arbeiten eng mit dem LVPE zusammen und sind mit ihm bei vielen Veranstaltungen in Bremen mit einem Infostand vertreten.

Was bisher passiert ist

  • Konzept geschrieben und überarbeitet, aktueller Stand Mai 2026
  • Dritter Klausurtag im Juli 2026
  • Die Ruth-Fricke-Stiftung hat uns Fördermittel bewilligt
  • Ein Projektantrag bei der Aktion Mensch läuft

Woran es jetzt hängt

Ob das Krisenzimmer öffnen kann, entscheidet sich an zwei Fragen: ob unser Förderantrag bewilligt wird und ob wir passende Räume finden. Wir hoffen, gegen Ende des Jahres öffnen zu können – versprechen können wir das nicht.

UNTERSTÜTZEN

Was wir brauchen

Das Krisenzimmer entsteht aus der Selbsthilfe heraus. Damit daraus ein Ort wird, brauchen wir Unterstützung.

Räume

Wir suchen eine ruhig gelegene Wohnung oder Gewerbeeinheit in Bremen mit etwa 150 m² und guter Anbindung – möglichst barrierefrei. Platz brauchen wir für zwei Krisenzimmer, ein bis zwei Gemeinschaftsräume, Küche, Bad und ein Büro.

Ihr kennt etwas Passendes oder könnt uns weitervermitteln?
Meldet euch.

Mitmachen

Für die Umsetzung suchen wir Menschen, die Krisenbegleitung übernehmen oder eine Selbsthilfegruppe anbieten möchten. Wichtig ist uns nur eines: dass ihr unsere Werte und unser Selbstverständnis teilt.

Schreibt uns – wir kommen erst einmal ins Gespräch.

Weitersagen

Erzählt von uns, folgt uns auf Instagram unter @krisenzimmerbremen, teilt unser Konzept mit Menschen, für die es relevant sein könnte. Sichtbarkeit ist für ein Projekt in dieser Phase viel wert.

KONTAKT

Kontakt

Krisenzimmer Bremen – ein Projekt des LVPE Bremen e.V.
Mail: krisenzimmer@lvpe-bremen.de

LVPE Bremen e.V.
Webseite: https://lvpebremen.jimdofree.com
Mail:          vorstand@lvpe-bremen.de

Instagram: @krisenzimmerbremen

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